Warum ich an dem Punkt angekommen bin, an dem ich jetzt bin: Veränderungen beginnen oft mit Schmerzen
Es gibt einen Moment, den ich nie vergessen werde. Ich lag im Bett, noch früh am morgen.
Ich wusste, ich müsste aufstehen. Ich konnte nicht.
Nicht körperlich krank. Nicht "nur" müde. Sondern so tief erschöpft von einem Leben, das nicht meins war, dass mein Körper einfach die Zusammenarbeit verweigerte.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Diesen Moment, in dem du merkst: Irgendetwas stimmt nicht, aber du kannst nicht benennen, was. Du funktionierst noch. Aber du lebst nicht mehr.
Bei mir war das Herbst/Winter 2016. Mein zweiter Burnout. Alles stresste mich und gleichzeitig langweilte mich alles zu Tode. Das Schlimmste war nicht einmal der Zustand selbst. Das Schlimmste war, dass ich nicht wusste, was mir helfen würde. Und mein Umfeld genauso hilflos war wie ich.
Ich ließ mich zu einer Therapeutin überreden. Landete bei einer Heilpraktikerin für Psychotherapie. Und ab diesem Punkt nahm alles seinen Lauf, nur eben nicht in einer geraden Linie, wie man vielleicht denkt.
Ich habe nicht einmal hingeschaut und alles gewusst. Ich habe zehn Jahre gebraucht.
2017 die erste Weiterbildung. 2018 meine eigene Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie. 2021 die Heilerlaubnis. Danach: mehr Ausbildungen, als ich hier aufzählen kann. Was mich durch all das trug, war nicht ein Plan. Es war die Selbstreflexion. Ich habe mich selbst studiert wie ein Fallbeispiel. Mich beobachtet, verglichen, wieder verglichen. Angefangen, Stück für Stück Strukturen zu bauen, die zu mir passten.
Und trotzdem. Ich wechselte immer wieder den Job. Immer auf der Suche. Nie fündig geworden. Im Gegenteil: Bei jeder neuen Stelle war ich schneller unzufrieden, schneller ausgelaugt als bei der letzten. Jede Festanstellung nahm mir ein Stück meiner Lebensfreude. Und ja, tiefgreifende Veränderungen beginnen oft mit Schmerzen. Das habe ich irgendwann verstanden und es angepackt.
Irgendwann fragt man sich: Bin ich das Problem?
Ich habe lange geglaubt, ich sei einfach schwierig. Nicht belastbar genug. Nicht diszipliniert genug. Als Heilpraktikerin für Psychotherapie kannte ich die psychologischen Erklärungsmodelle längst und trotzdem kippte bei mir erst 2024 etwas grundlegend, als ich anfing, mich zusätzlich mit Astrologie und Archetypen zu beschäftigen.
Ich trage sehr viel Luftenergie in mir. Und Feuerenergie dazu. Luft will sich ausdehnen. Feuer will lodern, wachsen, sich ausbreiten. Beides lässt sich nicht einsperren, schon gar nicht in feste Strukturen pressen.
Zum ersten Mal verstand ich: Es war nicht meine Schwäche.
Es war meine Natur, die in einem Käfig lebte, der für einen anderen Menschentyp gebaut war. Kein Wunder, dass mir die Luft wegblieb und das Feuer erstickte.
Diese Erkenntnis kam nicht rechtzeitig genug, um mich vor dem nächsten Einbruch zu bewahren.
Herbst 2025. Ich konnte wieder nicht aufstehen. Nicht mit Menschen sprechen. Wie gelähmt in meinem eigenen Leben. Und genau in dieser dunklen Zeit, nicht danach, nicht trotzdem, sondern mittendrin, fand ich meine Praxisräume. Mein jetziges Studio. Ich begann, es aufzubauen, Stück für Stück. Ich kam zurück in meine Kraft bis zum nächsten Weckruf.
Anfang 2026 wachte ich morgens mit Bauchschmerzen auf. Jeden Tag. Lustlosigkeit. Depressive Verstimmungen. Mein Körper sagte mir etwas, das mein Kopf noch nicht hören wollte: Du kannst nicht mehr so weitermachen. Ich habe gekündigt.
Ob ich Angst habe? Ja. Sehr sogar.
Zum ersten Mal in fast 45 Jahren stehe ich ohne festen Rahmen da. Ohne die Kontrolle, an die mein System sich geklammert hat, seit ich denken kann. Ich liebe diese Freiheit und gleichzeitig kennt mein Nervensystem sie überhaupt nicht. Beides ist gleichzeitig wahr.
Und genau deshalb tue ich, was ich jetzt tue. Ich begleite Menschen und Unternehmen durch Veränderungsprozesse. Nicht, weil ich es studiert habe. Sondern weil ich jede einzelne dieser Stationen selbst durchlebt habe. Das Nicht-aufstehen-Können. Das Sich-selbst-die-Schuld-Geben. Das jahrelange Suchen nach etwas, das sich erst zeigt, wenn man aufhört, gegen sich selbst zu kämpfen.
Meine Arbeit als Heilpraktikerin für Psychotherapie ist das Fundament dessen, was ich tue. Meine therapeutische Ausbildung gibt dem, was ich ohnehin intuitiv spüre, eine fachliche Struktur und die Astrologie ergänzt das um eine Bildsprache, die vieles greifbarer macht, ohne das Fundament zu ersetzen.
Zehn Jahre. Zwei Burnouts. Unzählige Jobs. Ein Studium meiner selbst, für das es kein Zeugnis gibt.
Das hat mich an diesen Punkt gebracht. An den Punkt, an dem ich aufhöre, gegen meine eigene Natur zu arbeiten und anfange, aus ihr heraus zu leben und zu arbeiten.
Ich erzähle dir das nicht, weil meine Geschichte besonders ist. Ich erzähle sie dir, weil ich glaube, dass sie es nicht ist. Weil vielleicht gerade jetzt, während du das liest, etwas in dir nickt. Weil du selbst, als Mensch oder als Team in einem Unternehmen, näher an diesem Punkt stehst, als du zugeben möchtest.
Was das für dich bedeuten könnte, wenn du wirklich aus deiner Natur heraus leben würdest, statt gegen sie, darüber schreibe ich beim nächsten Mal.
Deine Manuela Knoch



Kommentare